„Werkstatt Wohnen und Leben“ – Integrationskonferenz am 29. August 2016

Am 29. August 2016 findet die dritte Integrationskonferenz „Werkstatt Wohnen und Leben“ statt. Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ greift damit ein weiteres Thema auf, das für die Integration der Flüchtlinge, die bei uns bleiben werden, entscheidend ist. Die aktuelle Zuwanderung stellt gerade für unsere Kommunen eine Herausforderung dar; sie zeigt aber auch an vielen Orten, was eine weltoffene Gesellschaft leisten kann. In den zurückliegenden Monaten stand die Bewältigung der Erstunterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden im Vordergrund. Nun gewinnt die Wohnraumversorgung und die Integration der Bleibeberechtigten an Bedeutung. Schutz oder Asyl suchende Menschen mit positiver Bleibeperspektive müssen nicht nur untergebracht werden, sondern müssen auch in Niedersachsen gern „wohnen und leben“ können. Wir wollen eine qualitativ ausreichende Wohnung in einem sozialen Umfeld, das die Integration und Teilhabe ermöglicht und fördert. Das gilt dabei nicht nur für bleibeberechtigte Flüchtlinge, sondern muss Anspruch für alle Teile der Bevölkerung und gesellschaftlichen Gruppen sein.

Im Rahmen dieser Konferenz werden unterschiedliche Handlungskonzepte dargestellt und in den Foren die praktischen Herausforderungen skizziert und Umsetzungsmöglichkeiten diskutiert. Ein Markt der Möglichkeiten bietet gute Beispiele erfolgreicher und ermutigender Projekte.

Hier finden Sie die Einladung mit dem Programm.

Hier finden Sie die Abläufe der Workshop-Foren.

„Niedersachsen packt an“ sagt #DANKE

„Niedersachsen packt an“ sagt #Danke! – exemplarisch und würdigt damit alle ehrenamtlichen Freiwilligen wie auch diejenigen, die tagtäglich sich beruflich für die Integration von Geflüchteten einsetzen.

Am 21. April machte der Ministerpräsident Stephan Weil in Begleitung vom Geschäftsführer des VfL Wolfsburg Klaus Allofs den Auftakt in der Erstaufnahmeeinrichtung in Ehra Lessien. Dort hatten sich während der Vollbelegung rund 350 Ehrenamtliche eingebracht. Aus dem nahe gelegenen Volkswagen-Werk in Wolfsburg wurden größere Mengen von Mahlzeiten, Transportfahrzeuge und bis zu 50 Auszubildende bereitgestellt. Bei einem Rundgang durch die Einrichtung und beim anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken konnten Weil und Allofs sich ein Bild über die gewaltige vollbrachte Arbeit machen.

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Ähnlich ging es am 27. April der niedersächsischen Justizministerin, Antje Niewisch-Lennartz, bei ihrem Besuch in der Erstaufnahmeeinrichtung des Arbeiter-Samariter-Bundes in Lüneburg-Woltersdorf. „Ich bin selbst mit dem Thema Flucht und Vertreibung groß geworden. Ich hätte meiner Familie gewünscht, dass sie damals auch auf solche Helferinnen und Helfer gestoßen wären. Was hier geleistet wird ist beeindruckend und anrührend zugleich,“ äußerte die Ministerin bei der Besichtigung der Räumlichkeiten.

Am 12. Mai besuchte die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, den sogenannten „Mios-Markt“, eine Einrichtung des DRK, in Oldenburg-Etzhorn. Ihre Begleitung, der Präsident des SV Werder Bremen, Dr. Hubertus Hess-Grunewald, würdigte den großen Einsatz der Ehrenamtlichen. Er verschenkte Fan-Schals des SV Werder Bremen Schröder-Köpf zeigte sich gerührt von der Herzlichkeit bei der Flüchtlingsbetreuung: „Wie liebevoll geordnet allein der Raum für die Spielsachen ist.“ Sie dankte den Ehrenamtlichen für die großartige geleistete Arbeit für das Land und die Gesellschaft, verband den Dank aber auch mit einer Bitte: „Ich möchte Sie ermuntern, durchzuhalten. Denn wie sich die Lage entwickele, das weiß niemand.“

Der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, besuchte am 17. Mai mit dem Musiker Heinz-Rudolf Kunze die Einrichtungen der Johanniter und des DRK im Camp Bad Fallingbostel. „Solche Arbeit wie hier ist nur durch unglaublichen ehrenamtlichen Einsatz zu leisten, wie wir ihn in den vergangenen Monaten erlebt haben. Dafür möchte ich Ihnen danken!“ Meister merkte an, das wirkungsvollste Instrument gegen Fremdenhass und Rechtsextremismus sei ein direkter und persönlicher Kontakt zu Flüchtlingen. „Wer einmal die Erzählungen über die Flucht gehört hat, spricht im Anschluss anders über die gesamte Situation“, sagte er und appellierte: „Geht hin, sprecht mit den Flüchtlingen, lasst euch einladen, ladet sie ein.“

Landesbischof-Kunze

Den vorläufigen Abschluss der #Danke-Besuche machte am 14. Juni der Koordinator des Bündnisses „Niedersachsen packt an“, der Bevollmächtigte des Landes in Berlin, Staatssekretär Michael Rüter. Zusammen mit der NDR-Moderatorin Susanne Stichler besuchte er eine Einrichtung für 12 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in Bramsche/Osnabrück. Die AWO nutzt dort ein ehemaliges Schwesternwohnheim für zwei Wohngruppen zu je sechs 15-jähriger Flüchtlinge. Der Dank richtete sich vor Ort insbesondere an die Jugendlichen, die sich über das Jugendparlament und die AG „Schule ohne Rassismus“ des Greselius-Gymnasiums Bramsche für die Flüchtlinge einsetzen und sie in ihr Leben einbinden. Neben einigen gezielten Aktionen nehmen sie die ohne Familie in Bramsche lebenden jungen Männer in ihre Freundes- und Bekanntenkreise auf, damit man gemeinsam leben und sich austauschen kann. Wichtiger Bezugspunkt ist dabei der Jugendtreff Gartenstadt, in dem die #Danke-Veranstaltung stattfand.

Rueter-NDR

Staatssekretär Michael Rüter fasst am vorläufigen Ende der #Danke-Besuche zusammen: „Wir alle dürfen stolz auf das sein, was viele ehrenamtliche Freiwillige und beruflich mit der Integration befasst jeden Tag leisten. Die Wertschätzung von den Akteuren des Bündnisses haben sie. Es gibt noch viel zu tun – gemeinsam packen wir es an“

German Road Safety: Smartphone-App für Verkehrssicherheit

Wie funktioniert der Nahverkehr? Wo darf ich mit dem Fahrrad fahren? Und wer hat eigentlich Vorfahrt?

Diese und weitere Fragen beantwortet eine neue mehrsprachige Smartphone-App unter dem Titel „German Road Safety“, die der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) mit Unterstützung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) entwickelt hat. Ziel ist es, dass nicht nur Flüchtlinge die wichtigsten Verkehrszeichen kennenlernen, elementare Verkehrsregeln anwenden und sich somit sicherer auf Straßen, Rad- und Fußwegen bewegen können. Vielmehr möchte German Road Safety alle Menschen ansprechen, die im deutschen Straßenverkehr sicher mobil sein wollen. Die kostenlose App kann in den Sprachen Deutsch, Arabisch und Englisch genutzt werden und ist für Apple iOS sowie Android erhältlich.

„Willkommen bei Freunden“-App

Bedarfsorientierte Unterstützung für Initiativen vor Ort und Freiwillige finden mit wenigen Klicks passende Einsatzmöglichkeiten

Das Engagement von Freiwilligen für Geflüchtete ist immer noch sehr hoch. Doch häufig finden Helfer und Initiativen erst nach längerem Suchen zueinander. Mit der „Willkommen bei Freunden“-App möchten das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) Helfen bundesweit einfacher machen. Ab heute können freiwillige Helfer die App herunterladen. Sie zeigt, welche Hilfe Kommunen und Flüchtlingsinitiativen aktuell brauchen.

Entstanden ist die App in Kooperation mit den bereits bestehenden Hilfeportalen „Helpto“, „ichhelfe.jetzt“ und „clarat“. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Vernetzung der Freiwilligenlandschaft in Deutschland zu fördern.

Die mobile Anwendung für Smartphones bringt Freiwillige und Projekte in der Flüchtlingshilfe bedarfsorientiert zusammen: Mit wenigen Klicks können die Helfer angeben, wo und wie sie unterstützen wollen. Die App zeigt dann an, welche Hilfsorganisationen vor Ort genau diese Art der Unterstützung suchen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig betont anlässlich des Weltflüchtlingstages, wie wichtig die Arbeit der Freiwilligen in Deutschland ist:
„Heute möchte ich mich bei den ehrenamtlichen Helfern erneut für Ihren großen Einsatz und Ihr Engagement bedanken. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung, denn Freiwillige leisten einen wichtigen Beitrag für unsere offene Gesellschaft. Dass die Familien, Frauen, Männer und Kinder die aus dem Krieg nach Deutschland geflüchtet sind und hier Sicherheit suchen, in unserer Gesellschaft ankommen und sich hier eine Zukunft aufbauen können.“

„Der konkrete Bedarf an Hilfe hat sich in den letzten Monaten stark verändert.
Freiwilliges Engagement hilft am besten, wenn Helfer und Flüchtlingsinitiativen schnell und bedarfsorientiert zusammen kommen. Dabei hilft die App“, sagt Dr.
Heike Kahl, Geschäftsführerin der DKJS.

Bündnis „Niedersachsen packt an“ hat Arbeitsmarktintegration im Blick

Am Rande der zweiten Integrationskonferenz des Aktionsbündnisses „Niedersachsen packt an“ mit dem Titel „Werkstatt Arbeit“ haben in Hannover Spitzenvertreter der Bündnispartner Pläne und Maßnahmen vorgestellt, wie die Integration von Flüchtlingen in den Niedersächsischen Arbeitsmarkt besser gelingen kann. Zudem wurde eine Zwischenbilanz zur Umsetzung von Initiativen und Instrumenten gezogen, die im Vorfeld und auch direkt auf der ersten Integrationskonferenz am 16. März 2016 erarbeitet worden waren.

Ministerpräsident Stephan Weil betonte die große Bedeutung der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt:

„Neben der Sprache ist die Integration in den Arbeitsmarkt ein wichtiger Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe. Ziel der Landesregierung ist es, die berufliche Entfaltung geflüchteter Menschen nach Kräften zu unterstützen und ihnen eine neue Lebensperspektive zu vermitteln.“

Vor diesem Hintergrund mahnte der Ministerpräsident ein noch stärkeres Engagement des Bundes etwa in den Bereichen aktive Arbeitsmarktpolitik und Abbau bürokratischer Hemmnisse an. Zudem würdigte Weil das Engagement der niedersächsischen Wirtschaft. „Die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern in Niedersachsen haben bereits Zusagen von Qualifizierungsangeboten für rund 6000 geflüchtete Menschen gegeben. Alle Partner sind überzeugt, dass sich dieses Angebot an Plätzen noch erhöhen lässt, wenn in den nächsten Monaten wie beabsichtigt das Land Integrationsmoderatoren zur Unterstützung von Unternehmen bei der Flüchtlingsintegration mitfinanziert“, sagte Weil. Auf dieser Grundlage sei er auch überzeugt davon, dass die 2000 Plätze für Einstiegsqualifizierungen, die das Land für sein neues Integrationsangebot „SPRINT dual“ in diesem und dem nächsten Jahr benötige, von Seiten der niedersächsischen Wirtschaft zur Verfügung gestellt würden.

Detlef Scheele, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, betonte die Bedeutung gesamtgesellschaftlicher Kooperationen für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten:

„Wir schaffen das – wenn alle mitmachen:  Bundesagentur für Arbeit, Arbeitgeber, Politik und Zivilgesellschaft. Die gute und enge Zusammenarbeit aller Partner ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.“

Das breite gesellschaftliche Bündnis „Niedersachsen packt an“ sei hierfür ein gelungenes Beispiel, lobte BA-Vorstand Scheele.

UVN-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Müller erklärte, dass

„die niedersächsische Wirtschaft anpackt und Praktika, Qualifizierungen und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt. Menschen mit Potenzial sollen ernsthaft qualifiziert und nicht nur aufbewahrt werden. Flüchtlinge brauchen dazu dringend eine Grundqualifizierung in Sprache und Kulturverständnis, um Ausbilder, Lehrbücher und Kollegen zu verstehen.“

Hier müsse die Landesregierung deutlich mehr investieren, erfolgreiche Modelle weiter ausbauen und diese in die vorhandenen Strukturen der Fachkräftebündnisse integrieren. „Allein das Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft hat 2015 mehr als 2000 Flüchtlinge betreut und konnte beispielsweise im Anschluss an eine berufspraktische Weiterbildung 97 Prozent in Praktika, Ausbildung oder direkte Beschäftigung vermitteln“, berichtete Müller.

Auch Hartmut Tölle, Vorsitzender des DGB-Bezirks Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt, betonte, die Integration von geflüchteten Menschen könne nur über Sprache und Arbeit gelingen.

„Deshalb sind ein passgenaues und abgestimmtes Angebot an Sprach- und Integrationskursen und der Zugang zum Arbeitsmarkt entscheidend. Um für alle Menschen gute Lebens- und Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, muss dabei die Ordnung am Arbeitsmarkt auf Basis von Tarifverträgen erhalten und gestärkt werden“,

sagte der DGB-Landeschef.

Prof. Dr. Hubert Meyer, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, erklärte für die Kommunen:

„In Niedersachsen findet eine enge Abstimmung zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten, den Arbeitsagenturen und den Jobcentern statt. Wir haben frühzeitig gemeinsam die Schnittstellen sehr genau definiert, um eine optimale Betreuung der Betroffenen zu gewährleisten. Ob die berufliche Eingliederung gelingt, wird aber in Berlin entschieden. Wir brauchen als erste Voraussetzung dringend eine verbesserte, auf den einzelnen Asylbewerber zugeschnittene Koordination der Sprachausbildung. Daran fehlt es nach wie vor. Wir wissen uns in dieser Zielsetzung einig mit der Landesregierung und fordern diese auf, entsprechende Initiativen über den Bundesrat zu ergreifen.“

Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić wies hingegen auf die Ergebnisse der ersten Integrationskonferenz hin.

„Auf der ersten Integrationskonferenz wurden Herausforderungen und Lösungsansätze für eine gelingende Sprachförderung erörtert. Das Bündnis setzt sich für die Gestaltung einer funktionierenden Bildungskette ein, um die unterschiedlichen Angebote und Maßnahmen besser aufeinander abzustimmen. Ein zentrales Element sind dafür die Basissprachkurse des Landes, die Geflüchteten unabhängig von Aufenthaltsstatus und Herkunftsland Grundkenntnisse der deutschen Sprache vermitteln.“

Auch Arbeits- und Wirtschaftsminister Olaf Lies betonte, dass das Land bereits in den vergangenen Monaten beachtliche Anstrengungen zur Integration von Flüchtlingen unternommen habe

„Im Rahmen des ,Integrationsprojekts Handwerksausbildung für Flüchtlinge‘ (IHAFA) haben bereits rund 1.000 Handwerksbetriebe ihre Bereitschaft erklärt, Praktikums- und Ausbildungsplätze für Flüchtlinge anzubieten, mehr als 1.000 Flüchtlinge wurden bezüglich Handwerksausbildungen beraten und für mehr als 250 von ihnen sind Kompetenzfeststellungen gestartet“,

berichtete Lies. Auch die „Zentrale Beratungsstelle Arbeitsmarkt und Flüchtlinge“, bei der Unternehmen kostenlos beraten werden, erfreue sich großer Nachfrage. „Derzeit bereitet mein Haus einen neuen Förderaufruf für Modellprojekte ,überbetriebliche Integrationsmoderatorinnen und Integrationsmoderatoren‘ vor. Damit wollen wir Unternehmen landesweit künftig Helferinnen und Helfer zur Seite stellen, die beim ,Matching‘ von Betrieben und Flüchtlingen helfen und die Unternehmen bei der innerbetrieblichen Integration unterstützen“, erklärte der Minister.

Neben dem weiteren Ausbau der genannten Programme „SPRINT dual“, IHAFA und dem neuen Modellprojekt „Integrationsmoderatoren“ bereitet die Landesregierung vor:

  • eine Novelle zum Niedersächsischen Gesetz über die Feststellung der Gleichwertigkeit im Ausland erworbener Berufsqualifikationen sowie ein
  • neues Förderprogramm für höher qualifizierte Flüchtlinge.

Download dieser Information für die Medien (PDF-Dokument, 250 KB)

 

Foto: Jasper Ehrlich für Niedersächsische Staatskanzlei

Wettbewerb zum Niedersächsischen Integrationspreis 2016 gestartet

Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf hat gemeinsam mit Ministerpräsident Stephan Weil und dem Bündnis „Niedersachsen packt an“ den Wettbewerb um den Niedersächsischen Integrationspreis 2016 gestartet.

Der Preis ist mit 24.000 Euro dotiert

Der Preis ist mit insgesamt 24.000 Euro dotiert. Er wird zum siebten Mal vergeben und steht unter dem Motto „Zugehörigkeit durch Verständigung – Sprache ist der Schlüssel zur Teilhabe“.

LogoDurch die Preisvergabe sollen gute Ansätze bekannt gemacht werden, die auch als Anregung für weitere Engagierte dienen. Mit der Wahl des Mottos knüpfen Weil und Schröder-Köpf an die Arbeit der ersten Integrationskonferenz des Bündnisses „Niedersachsen packt an“ zum Thema „Werkstatt Sprache“ an. „Sprache ist der Anfang von allem, ohne sie kann Integration nicht gelingen, ohne sie ist eine Teilhabe an der Gesellschaft nicht möglich“, hatte Doris Schröder-Köpf bei der Konferenz im März 2016 hervorgehoben. Sprache sei entscheidend für die Verständigung und das Gefühl von Zugehörigkeit.

Bewerbungsschluss ist der 30. Mai 2016

Der Wettbewerb richtet sich an Initiativen, Vereine oder Institutionen, die Flüchtlinge oder andere Migrantinnen und Migranten in Niedersachsen beim Lernen von deutscher Sprache und Schrift unterstützen. Sie tragen dazu bei, dass diese am gesellschaftlichen Leben teilhaben und sich Niedersachsen zugehörig fühlen können. Neben Bewerbungen werden auch Vorschläge Dritter angenommen.

Bewerbungen und Vorschläge sind per E-Mail an integrationspreis@stk.niedersachsen.de oder per Post an Niedersächsische Staatskanzlei, Stichwort „Niedersächsischer Integrations-preis 2016″, Planckstr. 2, 30169 Hannover, zu richten. Bewerbungsschluss ist Montag, 30. Mai 2016. Weitere Informationen für die Bewerbung gibt es unter http://www.migrationsbeauftragte-niedersachsen.de

Flyer Niedersächsisches Integrationspreis 2016 (PDF, 330 KB)

 

Voßstraßenfest unterstützt „Niedersachsen packt an“

Parallel zum Hannover Marathon veranstaltete der Verein Deutscher.Soldat. am Wochenende das Voßstraßenfest in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Dabei konnte der Verein, gemeinsam mit seinem Partner, dem Afrikanischen Dachverband Norddeutschland e.V., insgesamt 2.685 Euro für geflüchtete Kinder sammeln.

Bei gutem Essen, Live-Musik, einer Tombola und vielem mehr schauten sich zahlreiche Gäste den Hannover Marathon an und taten gleichzeitig etwas für den guten Zweck.

Auch politische Unterstützung war in die Voßstraße gekommen: so besuchte Staatssekretär Michael Rüter die Veranstaltung und sagte im Gespräch mit Nariman Reinke:

„Ich freue mich über eine so tolle Aktion und natürlich darüber, dass der Verein auch unser Bündnis unterstützt“.

Die Landtagsabgeordnete Filiz Polat eröffnete als Schirmherrin die Veranstaltung am Morgen und der niedersächsische Landtagsvizepräsident, Klaus-Peter Bachmann, übergab einen Scheck für die Vereinsarbeit.

„Wir bedanken uns bei allen Helferinnen und Helfern und unseren Gästen für ein rundum gelungenes Fest zu Gunsten geflüchteter Kinder“,

sagte die Organisatorin und stellvertretende Vorsitzende von Deutscher.Soldat., Nariman Reinke, am Ende des Tages.

 

Bilder vom Fest:

Treffen mit der „Allianz für Weltoffenheit“

Staatssekretär Michael Rüter , Bevollmächtigter des Landes Niedersachsen hat am Mittag DGB Bundesvorstand-Chef Reiner Hoffmann zum Thema Integration von Flüchtlingen getroffen. An dem Gespräch nahm auch sein brandenburgischer Amtskollege Staatssekretär Thomas Kralinski für das „Bündnis für Brandenburg“ teil.

„Wir brauchen mehr bürgerschaftliches Engagement und eine deutliche Verbesserung der Anerkennungskultur in Deutschland“, fasst Michael Rüter ein Ergebnis des Treffens zusammen.

Im Verlauf des Gespräches wurde eine Zusammenarbeit der DGB-Initiative „Allianz für Weltoffenheit“ und dem Bündnis „Niedersachsen packt an“ vereinbart.

Beide Initiativen engagieren sich für mehr Solidarität und Demokratie und richten sich gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt.

 

Erste Integrationskonferenz erarbeitet zahlreiche Verbesserungsvorschläge für die Sprachvermittlung

Mit einem Bündel an Vorschlägen für künftige Maßnahmen ist am Mittwoch, 16. März 2016, die erste Integrationskonferenz des Bündnisses „Niedersachsen packt an“ in Hannover zu Ende gegangen. Unter der Überschrift „Werkstatt Sprache“ waren im Hannover Congress Centrum rund 500 Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen von Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik zusammengekommen, um sich über die praktischen Herausforderungen bei der Sprachvermittlung geflüchteter Menschen auseinanderzusetzen und Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.

Hauptdiskussionspunkte der Konferenz waren eine bislang unzulängliche Abstimmung von Bildungsketten, der Wunsch, stärker auf lokaler Ebene zu koordinieren, der verstärkte Einsatz von Online-Lernen sowie das Problem der Knappheit an geeigneten Lehrkräften. Die Konferenzteilnehmer haben sich für eine verstärkte Verzahnung auf lokaler Ebene ausgesprochen. Das Land hat sich diesen Diskussionspunkten bereits im Vorfeld angenommen und Lösungsvorschläge erarbeitet.

Um den „Angebotsdschungel“ im Bereich Sprachförderung zu lichten,

  • soll eine abgestimmte Bildungskette zu entwickelt werden. Vorschlag des Landes ist es, hierfür die Sicherstellung von Basissprachkursen in allen Kommunen zu gewährleisten. Bestandteil dieser Kurse ist die Feststellung des bisherigen individuellen Bildungsstandes, um danach individuelle Beratung anbieten zu können. Bis Ende dieses Jahres sollen hiermit 33.000 geflüchtete Frauen und Männer erreicht werden. Der Bund muss seiner gesamtstaatlichen Verantwortung für die Integration der Flüchtlinge auch im Bereich der Sprachförderung besser gerecht werden, damit im Bereich der Basissprachkurse ein bedarfsgerechtes Angebot gestaltet werden kann.
  • Für höher qualifizierte Flüchtlinge werden flächendeckend Sprachkurse angeboten, um diese beim Hochschulzugang zu unterstützen. Bis Ende 2016 können etwa 1.000 Flüchtlinge diese Kurse besuchen.

Um den Mangel an qualifizierten Lehrkräften für den Sprachunterricht zu mildern,

  • erhalten bis Ende dieses Jahres 1500 Lehramtsstudierende eine Basisqualifikation für „Deutsch als Zweitsprache“, damit sie im Sprachförderunterricht der Schulen und in Einrichtungen der Erwachsenenbildung eingesetzt werden können.
  • Zudem werden bis Ende dieses Jahres 2900 ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer zu Sprachbegleiterinnen und Sprachbegleitern fortgebildet, um auch den Bereich der ehrenamtlichen Sprachförderung qualitätsgesichert zu unterstützen. Außerdem wird ehrenamtlichen Lehrkräften praxiserprobtes Unterrichtsmaterial kostenlos zugänglich gemacht.
  • Damit auch zukünftig ausreichend qualifizierte hauptberufliche Lehrkräfte zur Verfügung stehen, setzt sich das Bündnis für eine Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen ein.
  • Das Land unternimmt weitere Anstrengungen bei der Personalgewinnung, indem der Bewerberkreis für befristete Einstellungen im Bereich „Spracherwerb“ in Schulen erweitert sowie das Einstellungsverfahren für Lehrerinnen und Lehrer im Ruhestand vereinfacht und beschleunigt wird.

Um den Bereich Online-Lernen sinnvoll ausbauen zu können,

  • wird das Land bis zum Herbst dieses Jahres ein Orientierungs- und Sprachlernportal einrichten. Für alle Sprachniveaustufen sollen dort angepasste Angebote und Hinweise gegeben werden – von Präsenzkursen bis zur Lern-App.
  • Außerdem wird es Online-Sprachlernangebote zur Flankierung von Qualifizierungsmaßnahmen insbesondere im ländlichen Raum geben.
  • Zudem hat das Land vor, bis spätestens zum Ende des Jahres 2016 in allen seinen großen Aufnahmeeinrichtungen WLAN vorzuhalten.

Um geflüchtete Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter gut zu fördern und in den Unterricht integrieren zu können,

  • will das Land die regionale Koordinierung durch geeignete Ansprechpartner verstärken. Diese sollen Schulträger und Schulleitungen bei der Verteilung und Zuweisung der Schülerinnen und Schüler auf die Schulen unterstützen.
  • Besondere Sprachfördermaßnahmen soll es außerdem für Flüchtlinge im Alter zwischen 16 und 19 Jahren geben, die aufgrund ihrer Vorbildung und ihres Potenzials in der Lage sind, die gymnasiale Oberstufe zu besuchen.

Das Land erweitert darüber hinaus das schon bestehende und erfolgreiche Projekt SPRINT (Sprach- und Integrationsprojekt) für diejenigen geflüchteten Mädchen und Jungen, die eine duale Berufsausbildung anstreben.

 

Dieser Text ist als „Information für die Medien“ erschienen. Sie können ihn hier auch herunterladen:

Information für die Medien (PDF, 161 KB)