Regionale Integrationskonferenz „Bürgerliches Engagement“ am 8. Mai 2017 im Hundertwasserbahnhof in Uelzen

Auf Einladung der Landesbeauftragten Jutta Schiecke fand am 8. Mai die 4. Regionale Integrationskonferenz zum Thema „Bürgerliches Engagement“ im Hundertwasserbahnhof in  Uelzen mit über 60 Teilnehmern statt. Ziel der Veranstaltung war es, Hemmnisse und Bedarfe bei der ehrenamtlichen Arbeit zu identifizieren, die in der alltäglichen Arbeit zu Problemen führen.

Die Konferenz wurde eröffnet durch eine Begrüßung und einleitenden Worten der Landesbeauftragten Jutta Schiecke und Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt. Anschließend referierte Rainer Schindler vom Landessozialamt zu Fördermöglichkeiten des Landes Niedersachsen für die Unterstützung ehrenamtlicher Tätigkeit. Im Zentrum seines Vortrages standen die Richtlinie Integrationslotsinnen und Integrationslotsen zur Qualifizierung und Weiterbildung von ehrenamtlich Tätigen und das Sonderprogramm für bürgerschaftliches Engagement in der Flüchtlingshilfe. Letzteres ist mit einem Förderbetrag von 1,5 Millionen Euro jährlich ausgestattet. Josefin zum Felde von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises Uelzen und Lutke Ebeling von der Flüchtlingshilfe Wrestedt knüpften in ihren anschließenden Impulsvorträgen an den Vorredner an. Sie skizzierten Bedarfe und Herausforderungen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit und den Umgang mit Fördermitteln des Landes.

Hierauf folgten zwei Podiumsdiskussionen zu den Themen „Betriebe und Ehrenamt“ sowie „Hauptamt braucht Ehrenamt und umgekehrt“ unter der Moderation von Harald Ottmar, Direktor beim Amt für regionale Landesentwicklung in Lüneburg.

In der ersten Gesprächsrunde machten die Eheleute Anja und Jörg Packmohr von Energietechnik Packmohr GmbH deutlich, wo aus Sicht eines ausbildungswilligen Unternehmens der Schuh drückt. Das betrifft z. B. lange Entscheidungswege für Flüchtlinge auf dem Weg in die Arbeitswelt oder Vorschriften, die die Aufnahme einer Tätigkeit verhindern. Gleichzeitig schilderten sie jedoch anschaulich die Dankbarkeit, die sie durch ihr Engagement erfahren. An der Gesprächsrunde nahm auch Amani Kouakou teil, der im Herbst 2015 von der Elfenbeinküste nach Deutschland kam und nun in der Firma Energietechnik Packmohr GmbH eine Ausbildung absolviert. Er erweiterte die Sichtweise um die Perspektive eines Auszubildenden mit Migrationshintergrund. Vervollständigt wurde die Runde durch den Regionalkoordinator des Senior Experten Service, Klaus-Georg Basting. Er engagiert sich für Auszubildende, damit diese Ihre Ausbildung erfolgreich abschließen können und nicht aus unterschiedlichen Gründen abbrechen müssen.

Eine zweite Gesprächsrunde zum Thema „Hauptamt braucht Ehrenamt und umgekehrt“ mit Annika Quednau (CJD Jugendmigrationsdienst Uelzen), Beate Kummer (Samtgemeinde Bardowick) und Johann Vogelaar (AWOSOZIALe Dienste Lüneburg), befasste sich mit der Zusammenarbeit von Haupt und Ehrenamt. Hier wurde deutlich, dass eine gute Verzahnung der Tätigkeitsbereiche einen strukturierten Informationsfluss und Transparenz voraussetzt. Das kann zum Beispiel durch eine regelmäßige Unterrichtung über einen E-Mail-Verteiler erfolgen. Deutlich wurde auch, dass Ehrenamtliche für ihre Arbeit verlässliche Rahmenbedingungen und Kontinuität bei ihren Ansprechpartnern benötigen. Die Grenzen für das Ehrenamt sind erreicht, wenn beispielsweise eine psychologische oder juristische Betreuung den Einsatz von Fachleuten erfordert.

Zum Abschluss referierte Simone Welzien vom KESS Familienzentrum Nienhagen zur ehrenamtlichen Arbeit in einem Mehrgenerationenhaus in Nienhagen. Auch hier wurde noch einmal deutlich, wie wichtig Kommunikation im Umgang mit dem Ehrenamt ist. Wünschenswert sind eine systemübergreifende Kommunikation und eine Betrachtung, die Ehrenamtliche als Teil eines multiprofessionellen Teams versteht.

Die Ergebnisse der Konferenz tragen dazu bei, die ehrenamtliche und hauptamtliche Integrationsarbeit weiter zu verbessern. Die mitwirkenden Referenten und Podiumsteilnehmer haben anschaulich gute Beispiele aus den verschiedenen Aufgabenfeldern der täglichen Arbeit vorgestellt. Gleichzeitig wurden aber auch Problembereiche und die Grenzen einer ehrenamtlichen Integrationsarbeit offen angesprochen. Die Ergebnisse der Konferenz werden dem Bündnis „Niedersachsen packt an“ zur Verfügung gestellt.