Editorial

Michael Rüter Bevollmächtigter des Landes Niedersachsen beim Bund
Michael Rüter
Bevollmächtigter des Landes Niedersachsen beim Bund

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Bündnis „Niedersachsen packt an“ lädt nunmehr zur fünften Integrationskonferenz ein. Am 24. August steht das Thema „Gesellschaftliche Teilhabe“ ganz im Fokus der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Es geht darum, dass wir gemeinsam für eine gute Integration sorgen, ein „Ankommen“ ermöglichen und den Zugewanderten in der Gesellschaft eine gute Perspektive eröffnen. Denn eines ist schon heute klar: Ein großer Teil der Flüchtlinge genießt einen Schutzanspruch und wird mittel- oder längerfristig bei uns bleiben. Es geht damit um Integration und gesellschaftliche Teilhabe auch im Interesse der Aufnehmenden.
Hierfür gibt es keine „Blaupause“ und die Gesellschaftliche Teilhabe erfordert einen langen Atem, Zeit und Verständnis aller Beteiligten. Gleichzeitig gibt es viel Potenzial und Erfahrung in der Gesellschaft, gerade auch in unserem Land, denn: Zuwanderung und deren Folgen sind für Niedersachsen kein neues Phänomen, gemeinsam waren wir in der Vergangenheit auf gutem Weg, und werden es auch angesichts dieser Situation sein.

Lassen Sie uns Herausforderungen, Erlebnisse und Erfolge – Gesellschaftliche Teilhabe im niedersächsischen Lebensalltag diskutieren und nehmen Sie – auch in den „Werkstattforen“ an diesem Tag – neue Perspektiven ein: mit dem Ziel, zu verstehen, was wir schon erreicht haben und welche Herausforderungen noch vor uns liegen. Ganz unter dem Motto: Niedersachsen packt an – wie aus geflüchteten Menschen Mitbürgerinnen und Mitbürger werden.

Michael Rüter
Bevollmächtigter des Landes Niedersachsen beim Bund

„Niedersachsen packt an“ auf dem 22. Deutschen Präventionstag in Hannover

Am 19. und 20. Juni fand in Hannover der 22. Deutsche Präventionstag statt. Die Schirmherrschaft hatte Ministerpräsident Stephan Weil übernommen. Unter dem diesjährigen Schwerpunktthema „Prävention & Integration“ präsentierte sich das Bündnis „Niedersachsen packt an“ zusammen mit dem Verein „Politik zum Anfassen“ mit einem eigenen Stand.

Mehrere tausend Gäste – haupt- oder ehrenamtlich tätige Verantwortungsträger aus Praxis, Forschung und Politik – besuchten auch diesmal die größte europäische Veranstaltung dieser Art.

Der Deutsche Präventionstag ist der weltweit größte Kongress speziell für das Arbeitsgebiet der Kriminalprävention sowie angrenzender Präventionsbereiche.

Er bietet eine internationale Plattform zum interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustausch in der Prävention. Seit 1995 wird der jährliche Kongress in verschiedenen deutschen Städten veranstaltet.

Träger der Deutschen Präventionstage ist die „DPT – Deutscher Präventionstag“ gemeinnützige Gesellschaft mbH, eine 100%ige Tochtergesellschaft der Deutschen Stiftung für Verbrechensverhütung und Straffälligenhilfe (DVS).

Verteilen statt separieren – Hildesheim geht Integration systematisch an

Ende 2013 entschied die Stadt Hildesheim, ein neues Integrationskonzept zu erstellen. Mitten in der Arbeit setzte die Flüchtlingskrise ein, und statt strategischer Überlegungen war sofortiges Handeln gefragt. Jetzt nimmt sich die Verwaltung der Sache wieder an. Ein Interview mit Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

Herr Dr. Meyer, welche Bilanz ziehen Sie zwei Jahre nach der Flüchtlingskrise?
Hildesheim hat – wie viele andere Kommunen auch – schon zuvor regelmäßig Geflüchtete aufgenommen. Die schiere Zahl stellte uns vor zwei Jahren allerdings vor enorme Herausforderungen: Seit Anfang 2015 sind gut 900 Asylbewerber zu uns gekommen, inklusive der Familienmitglieder, die nachziehen durften. Zunächst war vor allem die Unterbringung ein Kraftakt. Mittlerweile befinden wir uns wieder in ruhigerem Fahrwasser. Die Verwaltung kann sich deshalb einem Anliegen zuwenden, das wegen der großen Kraftanstrengung zurückgestellt werden musste: dem Integrationsplan. Unsere Integrationspolitik basierte bisher auf einem Konzept von 2005. Das gehört schon lange auf den Prüfstand.

Worin soll sich das neue Konzept vom alten unterscheiden?
Wir wollen unsere Maßnahmen noch effizienter gestalten und auch die Transparenz erhöhen. Außerdem geht es darum, die Erfolge der Integration genauer zu evaluieren, also messbar zu machen. Wie das im Einzelnen funktioniert, gilt es herauszuarbeiten. Dabei helfen uns unter anderem externe Berater aus der Wissenschaft.

Sie sprachen von der Unterbringung. Gibt es bei diesem Thema eine zentrale Erkenntnis für die Zukunft?
Unserer Erfahrung nach sollten Asylbewerber weder zu lange in einer Gemeinschaftsunterkunft bleiben noch überstürzt in eine eigene Wohnung ziehen. Circa sechs Monate sind ein guter Richtwert, weil Geflüchtete anfangs eine intensive Betreuung brauchen, die sich besser zentral organisieren lässt. Die Sprache, die kulturellen Besonderheiten, das deutsche Recht – bei all diesen Herausforderungen ist Unterstützung gefragt.

Wie geht es nach den sechs Monaten weiter?
Sobald sich Zugezogene auf Deutsch verständigen können, sollten sie dazu im Alltag auch Gelegenheit haben. Nur so gelingt das Miteinander, das wir uns wünschen. Nach dem halben Jahr Aufenthalt in der Gemeinschaftsunterkunft stellt die Stadt eine Wohnung bereit. Dort können sich die Geflüchteten ein paar Monate lang darauf konzentrieren, ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen und beispielsweise eine Fördermaßnahme zu absolvieren. Erst danach steht der Umzug in eine Wohnung an, die sich diese Menschen selbst suchen. In Hildesheim funktioniert das recht gut, weil der Wohnungsmarkt weniger angespannt ist als etwa in Hannover. Von den erwähnten 900 Geflüchteten leben mittlerweile ca. 250 in einer eigenen Mietwohnung.

Worauf gilt es zu achten?
Wir müssen in Deutschland aus den Fehlern der 60er- bis 80er-Jahre lernen. Damals haben Politik und Verwaltung geduldet oder gar gefördert, dass Zuwanderer sich in bestimmten Stadtbezirken separieren. Das hemmt die Integration bis heute. Deshalb achten wir in Hildesheim darauf, anerkannte Asylbewerber über das Stadtgebiet zu verteilen. Ausgenommen sind lediglich die besonders hochpreisigen Lagen – mit Blick auf die Kosten, die das JobCenter nach Sozialgesetzbuch II und der Sozialhilfeträger nach Sozialgesetzbuch XII akzeptieren.

Soll das so auch im Integrationsplan stehen?
Aus meiner Sicht wäre die Verteilung ein wesentlicher Punkt. Gespannt bin ich übrigens darauf, was die Bürgerinnen und Bürger zum Integrationsplan beitragen werden. Wir wollen unseren Entwurf auf einer offenen Veranstaltung vorstellen und diskutieren. Vor allem die vielen Ehrenamtlichen, die in den vergangenen Monaten mit unglaublichem Engagement geholfen haben, können sicher zahlreiche wertvolle Erfahrungen einbringen.

Wann soll der Integrationsplan vorliegen?
Wir haben noch etwa ein Jahr Zeit. Im Sommer 2018 soll der Plan beschlossen werden.

 

Foto: Stadt Hildesheim

Yasmin Fahimi, Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium

Yasmin Fahimi, Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium:
„Integration braucht klare und passgenaue Rahmenbedingungen für Sprachförderung und den Arbeitsmarkt. Ein Einwanderungsgesetz entlastet unser Asylrecht und schafft ehrliche Chancen auf Zuwanderung. Das Asylrecht bleibt aber unsere humanitäre Pflicht als große Wirtschaftsnation in der Welt. Integration gelingt letztlich nur gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Engagement vor Ort. Deswegen ist die Initiative so wichtig. Und Hannover ist ein gutes Beispiel dafür.“

 

Foto: Agentur

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert schnell und unbürokratisch

Integrationsprojekte für geflüchtete Menschen im Natur- und Umweltschutz

 „Wir haben als schnelle Reaktion auf die dramatische Situation der Geflüchteten in einem Sonderprogramm 2,5 Millionen Euro für 55 Projekte in ganz Deutschland in die Hand genommen. Und dieses Programm wirkt“, teilte Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender DBU-Generalsekretär, bei der Jahrespressekonferenz der Stiftung mit.

18 Projekte im Rahmen des Sonderprogramms abgeschlossen
Von den seit 2015 insgesamt 55 bewilligten Projekten des Sonderprogramms „Umwelt und Geflüchtete“ sind bisher 18 Vorhaben abgeschlossen. Das betrifft ausschließlich kleine Projekte der Umweltbildung, die höchstens mit 10.000 Euro finanziert wurden und maximal zwölf Monate andauerten.

„Berufsqualifizierende Umweltbildung für Flüchtlinge als neuer Weg der Integration“.
Beachtenswert sei etwa das in Osnabrück durchgeführte Kooperationsprojekt „Berufsqualifizierende Umweltbildung für Flüchtlinge als neuer Weg der Integration“ der MÖWE gGmbH als sozialer Betrieb. Die Gesellschaft verkauft traditionell gebrauchte und gespendete Möbel sowie Kleidung aus zweiter Hand und trägt somit zur Weiterverwendung gebrauchter Materialen bei. Zudem werden unter anderem auch Fahrräder zur weiteren Nutzung repariert. Im Projekt wurden 14 Flüchtlinge im Alter von 21 bis 52 Jahre in die täglichen Aufgaben des MÖWE-Alltags einbezogen. Acht der teilgenommenen Geflüchteten begannen nach der Projektlaufzeit Praktika. Davon konnten vier eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, während ein Geflüchteter eine Ausbildung beginnen konnte.

Naturerlebnis als Brücke zur Überwindung der Sprachbarriere
Gutes Beispiel ist das Osnabrücker Projekt „Querbeet“ – Die Verknüpfung von Umweltbildung und Flüchtlingsintegration in Kooperation mit dem Kleingartenverein „Deutsche Scholle“. Zusammen mit dem Kinderhilfswerk terre des hommes und der Kinder- und Jugendhilfe „Outlaw“ stellen der Kleingärtnerverein Süd im Rahmen dieses Projekts seit Februar 2016 insgesamt fünf Schrebergärten für Flüchtlingsfamilien zur Verfügung. Die Gärten bieten nicht nur einen interkulturellen Austausch, sondern werden als ungezwungene Kontaktmöglichkeit und Rückzugsorte erlebt, wo die deutsche Sprache erlernt und man sich mit umweltfreundlichem Gärtnern sinnvoll beschäftigen kann.

Stipendien für Geflüchtete: 255.000 Euro
Im Rahmen des Sonderprogramms „Umwelt und Geflüchtete“ hat die DBU ergänzend zu ihrem eigentlichen Stipendienprogramm auch 14 Stipendien für junge geflüchtete Hochschulabsolventen vergeben, die ihre berufliche Qualifikation verbessern und Erfahrungen im Umwelt- und Naturschutz erlangen sollten. Dafür allein wurden im Rahmen des Sonderprogramms 255.000 Euro bereitgestellt.

Kontakt DBU
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Telefon: 0541|9633-521
0171|3812888
Telefax: 0541|9633-198
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Copyright Bild 1: Iris Kracher

Bildinfo: Flucht 1
Grüne Akzente im Außengelände der Flüchtlingsunterkunft in der Hellabrunner Straße, München: Flüchtlinge erleben und gestalten biologische Vielfalt.

 

Copyright Bild 2: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Bildinfo: Flucht 2
Modellbau eines Energiespardorfes durch Flüchtlinge, um die Energiewende zu vermitteln – das Energiespardorf (Berufsschule Mindelheim).

Flüchtlingshelfer werden zum Thema Gleichberechtigung geschult

Niedersachsen will zugewanderten Menschen die Werte und Gesetze zur Gleichstellung von Männern und Frauen näher bringen. Ein entsprechendes Programm wurde dieser Tage in Hildesheim gestartet.

«Die Gleichstellung von Frauen und eine multikulturelle Gesellschaft sind keine Widersprüche, sondern beides ist auszugestalten und zu verteidigen», sagte Sozialministerin Cornelia Rundt. Mit dem

Programm «Gleichberechtigt leben – Unsere Werte, unser Recht» sollen hautberufliche und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer geschult werden. Experten sollen in Workshops und Fortbildungen über den

Gleichstellungsgrundsatz aus dem Grundgesetz und aus der Verfassung Niedersachsens sprechen und Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen.

Es geht laut Ministerium etwa darum, dass Helfer geflüchteten Frauen näher bringen, wie sie selbstbewusst Grenzen setzen oder wie sie wahrnehmen können, ob der Gleichstellungsanspruch verletzt wird.

Kenne deine Rechte!

Informationen für weibliche Geflüchtete

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. und das IQ Netzwerk Niedersachsen haben eine neue Broschüre herausgebracht, die sich speziell an geflüchtete Frauen richtet. Frauen sind auf der Flucht vermehrt von Gewalt, Traumatisierung oder Familientrennung betroffen. Diese Gefahren machen vor keiner Ländergrenze halt und so sind viele geflüchtete Frauen auch in Deutschland Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt. Die neue Broschüre unterstützt sie dabei, die eigenen Rechte zu kennen und zeigt, wo sie in Deutschland Hilfe und Informationen erhalten.

Grundlegende Informationen über die Rechte als Frau in Deutschland zu den Themen Asylverfahren, Familie, Gewalterfahrungen, Bildung und Arbeit werden in der Broschüre breit vorgestellt. Thematisch zugeordnet wird direkt auf Beratungsstellen und Hilfe-Telefone in Niedersachsen hingewiesen.

Die Broschüre ist in den Sprachen Deutsch, Arabisch, Farsi, Englisch, Französisch und Russisch erhältlich.

Die Broschüre finden Sie als Download: https://www.nds-fluerat.org/24621/zeitschrift/neue-broschuere-informationen-fuer-weibliche-gefluechtete/

Sie kann zudem kostenfrei als Druckversion in den verschiedenen Sprachen beim Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. bestellt werden:

 

Vivien Hellwig
Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.
Röpkestraße 12
30173 Hannover
Telefon: (0511) 98 24 60 30 und (0511) 85 03 34 90
E-Mail: vh@nds-fluerat.org

Hilfestellung für gemeinnützige Organisationen, Vereine & Stiftungen

Transparenz komplexes und schwer überschaubares Thema

Einerseits wird Transparenz immer wichtiger, um Vertrauen in der Öffentlichkeit, bei Spendern, Entscheidungsträgern in der Politik und Fördermittelgebern zu eewinnen und zu erhalten. Andererseits sind viele Organisationen unsicher, wie sie das Thema Transparenz angesichts komplexer finanzrechtlicher Rahmenbedingungen richtig um-setzen sollen. Hier hilft der Deutsche Spendenrat e.V. mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit Juni 2016 mit dem Empowerment-Projekt Transparenz-leicht-gemacht.

„Glaubwürdigkeit ist das Lebenselixier gemeinnütziger Organisationen. Sie gewährleistet die fortlaufende Unterstützung durch Mitglieder, Spender und Fördermittelgeber. Gemeinnützigkeit braucht also Transparenz oder anders: Gute Taten brauchen gute Daten“, stellt der Projektleiter und langjährige Leiter des Generali Zukunftsfonds, Loring Sittler, fest.

Transparenz-leicht-gemacht unterstützt zivilgesellschaftliche Akteure bei ihrer so wichtigen Arbeit mit bundesweiten Transparenz-Workshops, kostenlosen Einzelberatungen durch Wirtschaftsprüfer und einem kostenfreien Online-Selbsttest zur Erkennung der eigenen Transparenz-Stufe. Ziel ist es, mit dieser Hilfestellung selbstbewusster mit Finanzdaten, steuerrechtlichen Fragestellungen und dem Strukturaufbau im Verein oder der Organisation umzugehen. Ein bundesweites Berater- und Referentennetzwerk aus der Wirtschaftsprüfung und dem Best-Practice-Bereich steht dabei den Teilnehmern zur Verfügung.

Für wen ist dieses Serviceangebot geeignet?
Für alle gemeinnützigen Organisationen, Vereine & Stiftungen mit Sitz in Deutschland.

Was wird bundesweit angeboten?

  • Transparenz-Workshops
    Kosten: 35,00 € pro Teilnehmer/in
    Anmeldung und Informationen: http://bit.ly/2sw8sJR
  • Einzelberatung durch einen Wirtschaftsprüfer
    Kostenlos bis zu einer Beratungsdauer von 7 Stunden!
    Beantragung und Informationen: http://bit.ly/2qVNnuQ
  • Online-Selbsttest
    Kostenlos, auf Wunsch mit Begleitung durch Serviceteam
    Mitmachen und Informationen: http://bit.ly/2rQijuH

 

Mehr Informationen zum Projekt unter
www.transparenz-leicht-gemacht.de

 

Hintergrund
Der Deutsche Spendenrat e.V. ist der gemeinnützige Dachverband Spenden sammelnder gemeinnütziger Organisationen aus den Bereichen sozialer und humanitärer Hilfe, Umwelt- und Tierschutz, Kunst und Kultur sowie Denkmalpflege. Er vertritt diese gegenüber der Öffentlichkeit sowie staatlichen, politischen und privaten Gremien. Er setzt sich für die größtmögliche Transparenz, Effizienz und Nachhaltigkeit im Umgang mit Spenden ein. 2017 wurde erstmalig das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. vergeben.

Mehr Informationen unter: www.spendenrat.de

 

Ansprechpartner:
Deutscher Spendenrat e.V.
Felicitas Krekosch (Projektreferentin)
Tel. 030 844 198 43
kontakt@transparenz-leicht-gemacht.de
transparenz-leicht-gemacht.de
facebook.com/spendenrat

 

Foto: © Deutscher Spendenrat e.V., 2017

„Integration durch Ausbildung“: Stephan Weil und Doris Schröder-Köpf geben Preisträgerinnen und Preisträger des Niedersächsischen Integrationspreises 2017 bekannt

Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, hat gemeinsam mit Ministerpräsident Stephan Weil und dem Bündnis „Niedersachsen packt an“ die Preisträgerinnen und Preisträger des Niedersächsischen Integrationspreises 2017 bekannt gegeben.

Der Preis ist mit insgesamt 24.000 Euro dotiert. Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ zeichnet zudem einen Bewerber mit einem Sonderpreis aus und unterstützt dessen Engagement mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro. Der Niedersächsische Integrationspreis wird in diesem Jahr zum achten Mal vergeben. Er steht unter dem Motto „Angekommen. Ausbildung in Niedersachsen“.

Durch den Wettbewerb sollen gute Ansätze bekannt gemacht werden, die die Integration in Ausbildung fördern. Diese sollen andere dazu anregen, sich ebenfalls für echte Teilhabe durch die Ausbildung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte einzusetzen. Der Wettbewerb richtet sich an Initiativen, Vereine oder Institutionen, Unternehmen, Betriebe und Kammern, die Flüchtlinge und andere Zugewanderte in Niedersachsen in Ausbildung bringen und dadurch zu deren Integration in den Arbeitsmarkt beitragen.

Mit der Wahl des Mottos knüpfen Weil und Schröder-Köpf an die Arbeit des Bündnisses „Niedersachsen packt an“. Nach dem Spracherwerb ist die Integration in Ausbildung der nächste entscheidende Schritt für wirkliche Teilhabe. Menschen, die in Niedersachsen ausgebildet werden, sind hier angekommen. Sie qualifizieren sich und können ihre Potentiale zum Wohle der Gesellschaft entfalten und unseren Wirtschaftsstandort stärken. Eine gute Ausbildung ist die entscheidende Grundlage für beruflichen Erfolg und für eine eigenständige Existenzsicherung.

 

Festakt zur Vergabe des Niedersächsischen Integrationspreises

Am Dienstag, 29. August 2017, ab 18 Uhr werden die Preisträgerinnen und Preisträger in einem Festakt im Alten Rathaus in Hannover ausgezeichnet. Die Veranstaltung wird von Najima El Moussaoui moderiert.

Neben Doris Schröder-Köpf gehörten in diesem Jahr zur Jury:

Sabina Kaluza, aus Polen stammende Künstlerin und 1. Vorsitzende des Vereins „Braun-schweiger Bildende Künstlerinnen und Künstler e.V.“,

Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen e.V., Hannover,

Nariman Reinke, Oberfähnrich zur See (w) bei der Bundeswehr und stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Deutscher Soldat e.V.“. Reinke ist deutsch-marokkanischer Herkunft,

Hartmut Tölle, Vorsitzender des DGB-Bezirks Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt,

Norbert Trelle, Bischof von Hildesheim, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und dort Mitglied der Kommission für Migration.

 

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2017

Auch im laufenden Jahr war die Zahl der Bewerbungen wieder hoch. Aus über 90 Vorschlägen hat die Jury unter dem Vorsitz von Doris Schröder-Köpf die folgenden Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt:

EB Elm Bau GmbH (Königslutter/LK Helmstedt): Seit 2015 bildet das überbetriebliche Ausbildungszentrum der EB Elm Bau GmbH in Königslutter im Landkreis Helmstedt hand-werklich interessierte Geflüchtete aus. Die Elm Bau ist dabei vernetzt mit Diakonie, DRK, Caritas, Flüchtlingsvereinen und privaten Flüchtlingsbegleitern ebenso wie mit der Agentur für Arbeit und allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Derzeit sind 15 Geflüchtete bei der EB Elm Bau GmbH in Ausbildung. Website: www.elmbau.de

ZUKUNFTINC. initiative. marktführer. e.V. (Hannover): Das Unternehmensnetzwerk „ZU-KUNFTINC“ wird für sein Projekt „Fit für die Ausbildung“ ausgezeichnet. Dieses beginnt mit einem dreimonatigen sozialpädagogisch betreuten Teil, an den sich ein dreimonatiges Betriebspraktikum anschließt. Etwas mehr als ein Drittel der ursprünglich 15 Projektteilnehmer des ersten Durchgangs erhielt einen Ausbildungsplatz. Ein weiteres Drittel wird betriebsintern bis zur Ausbildungsreife weiterqualifiziert. Am 1. Februar 2017 startete ein neuer Durch-gang. Teilnehmende Mitgliedsunternehmen sind Arnold Jäger Holding, Bahlsen, KIND Hör-geräte, Sennheiser electronic, VSM AG und Wagner Brandschutz. Website: www.zukunft-inc.de

Sartorius AG (Göttingen): Das Unternehmen setzt Geflüchtete ihrer Vorqualifikationen entsprechend ein. Es kooperiert eng mit kommunalen Behörden, der Agentur für Arbeit sowie SPRINT- und SPRINT-Dual-Klassen. Ein Einstieg erfolgt über Betriebserkundungen und vergütete Praktika. Seit Start des Programms in 2015 übernahm Sartorius viele Teilnehmende in weiterführende Beschäftigung, interne Einstiegsqualifikation und Ausbildung. Das Unternehmen begleitet bisher 29 neu zugewanderte Frauen und Männer aus elf Ländern unter anderem mit Intensiv-Sprachkursen, betriebsinternen Patenschaften, Mentoren und weiteren Aktivitäten. Website: www.sartorius.com

Energietechnik Packmohr und Landesverband UnternehmerFrauen im Handwerk Bayern und Niedersachsen e.V. (Wrestedt/LK Uelzen): Anja Packmohr engagiert sich mit ihrem sowie befreundeten Betrieben aus der Gruppe der „UnternehmerFrauen im Handwerk Bayern und Niedersachsen e.V.“ für die gezielte Ansprache von Neuzuwandernden. Die Firma Energietechnik Packmohr bildet derzeit einen Mann, der aus der Elfenbeinküste stammt, zum Anlagenmechaniker aus, weil er durch ausgeprägte Motivation und Leistungen überzeugt. Aufgrund dieser Umstände wurde ihm ein Ausbildungslatz angeboten, obwohl er keine gute Bleibeperspektive hatte. Anja Packmohr wirkt zudem als Multiplikatorin. Sie berichtet anderen Betrieben bei Veranstaltungen von ihren Erfahrungen. Darüber hinaus hat sie gemeinsam mit anderen engagierten Unternehmerinnen ein mehrsprachiges Bilder-Wörter-buch für Begriffe aus dem Handwerk erstellt und damit ein Produkt geschaffen, das einen wichtigen überregionalen Beitrag leisten kann. Website: www.j-packmohr.de

Sonderpreis: Lipinski GmbH (Dorfmark/Bad Fallingbostel): Der Sonderpreis des Bündnisses „Niedersachsen packt an“ geht in diesem Jahr an die Lipinski GmbH. Sie bildet derzeit zwei aus Syrien geflüchtete Personen zum Anlagenbauer für Heizung und Sanitär aus. Einer der Auszubildenden ist ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling. Die Firma engagiert sich bereits länger in der Nachwuchsförderung, Fachkräftegewinnung und Integration, so in den 1990er Jahren bei der Integration geflüchteter Menschen aus dem Kosovo. Zudem führte Lipinski kürzlich eine Veranstaltung unter dem Titel „Zusammen“ durch, um sich für Integration einzusetzen. Website: http://www.lipinski-gmbh.de

Im Bild zu sehen (v.l.n.r.): Bernd Lipinski (Geschäftsführer Lipinski GmbH), Can Grib (Auszubildender), Talal Al Dalo (Auszubildender), Anja Lipinski (Geschäftsführerin Lipinski GmbH).

Foto: Christian Kell

Ausblick und Termine

7. April 2017 bis 27. August 2017
Landesmuseum Hannover – Ausstellung „Immer Bunter. Einwanderungsland Deutschland“

Die Debatte um Geflüchtete und Asylsuchende erlebt gerade einen neuen Höhepunkt. Mehr als zwei Millionen Menschen sind im Jahr 2015 nach Deutschland gekommen. Einwanderung und deren Folgen sind in Deutschland aber kein neues Phänomen.

800 Objekte bilden die Facetten und Etappen der Einwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg ab und erzählen Geschichten aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Die Objekte sind Zeugen der vielfältigen Alltagskulturen und Weltbilder, aber auch der Spannungen und Konflikte im Einwanderungsland Deutschland. Die Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bildet die Diskussion um Integration und Assimilation ab und thematisiert Ansichten über Identität und Staatsangehörigkeit, den Umgang mit fremden Kulturen und Religionen, Parallelgesellschaften, Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie.

Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ wird im Rahmen der Ausstellung mit dem Landesmuseum zusammenarbeiten und sich am Ende des Ausstellungsrundgangs präsentieren.

Homepage: www.landesmuseum-hannover.de
Facebook: facebook.com/landesmuseum.hannover

24. August 2017
V. Integrationskonferenz „Werkstatt Gesellschaftliche Teilhabe“ in Hannover

28. August 2017
Tagung: „Fluchtursachen – Was können wir bei uns tun?“

Veranstaltungszentrum Rotation, ver.di-Höfe, Goseriede 10, Hannover
28. August 2017, 11:00 bis 17:30 Uhr

Nähere Informationen zu der Veranstaltung sowie Anmeldungen bis 20. August 2017 unter enno.hagenah@mu.niedersachsen.de

16. September 2017
„Wie bilden wir Projekte und Finanzen richtig und transparent ab?“ Transparenz-Workshop des Deutschen Spendenrats e.V. in Bad Nenndorf

Anmeldung & Informationen unter: http://www.transparenz-leicht-gemacht.de/mitmachen/schulungen/
Weitere Informationen unter: http://www.spendenrat.de

 

MUTTER – Barockarien und arabische Wiegenlieder
27. September 2017,19.30 Uhr Klosterkirche an der JVA, Franziskanerplatz, Vechta
28. September 2017, 19.30 Uhr: Michaeliskirche, Michaelisplatz 2, Hildesheim
29. September 2017, 19.30 Uhr, Christuskirche, Hannover
30. September 2017, 20.00 Uhr: Trinitatiskirche , Karl-August-Platz, 10625 Berlin

In MUTTER konzertieren Orient und Okzident gemeinsam im musikalischen Dialog. Eine Begegnung höchster künstlerischer Qualität, die Weltstars wie Nuria Rial und Dima Orsho aus Okzident und Orient zusammen auf die Bühne bringt! Mit Wiegenliedern aus dem Morgenland, einer neuen Komposition von Dima Orsho für die Begegnung von Orient und Okzident sowie alten und arabischen Instrumenten – gespielt vom vielfach preisgekrönten Barockensemble MUSICA ALTA RIPA mit arabischen Musikern. Die ausgewählten Arien von Georg Friedrich Händel korrespondieren mit den arabischen Klängen.

Mütterliches Selbstverständnis und die Wahrnehmung der Mutterrolle werden durch unsere Sozialisation bestimmt – und scheinen uns doch selbstverständlich und alternativlos. Traditionen und Rituale der arabischen Welt unterscheiden sich zentral von der westlichen, christlich geprägten Welt. Eine besondere Begegnung mit höchstem Genuss!

Wer die facettenreichen Produktionen von Danya Segal in den vergangenen Jahren erlebt hat, weiß, wie außergewöhnlich ihre Konzeptionen sind. So haben allein im vergangenen Jahr Tausende die Inszenierung CONTINUUM – ein Crossover-Projekt mit Alter Musik und Rap von Samy Deluxe aka Herrn Sorge in der Rolle des Universalgenies Gottfried Wilhelm Leibniz frenetisch gefeiert.

Für die Konzerttermine in Niedersachsen und Berlin gibt es ein freies Kartenkontingent für Geflüchtete! Sehr gerne laden wir Interessierte ein, sich eine Freikarte zu sichern sowie sich gerne bei weiteren Fragen an Vera Heimisch (veraheimisch@googlemail.com) zu wenden.

Mutter – Barockarien und arabische Wiegenlieder
DIMA ORSHO (Sopran/Orient)
NURIA RIAL (Sopran/Okzident)
und
MUSICA ALTA RIPA mit Milad Khawam, Mevan Younes, Bodek Janke und Hogir Göregen
Eine Produktion von Danya Segal.