Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

für viele von Ihnen beginnt jetzt die schönste Zeit des Jahres; in Niedersachsen starten die Sommerferien nächste Woche. Zeit zum Verschnaufen und vielleicht auch persönlich eine erste Bilanz des Jahres 2017 zu ziehen.

In der ersten Hälfte dieses Jahres ist die Zahl der Menschen, die nach Niedersachsen gekommen sind, stark zurückgegangen. Aber wir dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, denn die Integration der zugewanderten und bleibeberechtigten Menschen ist und bleibt unsere zentrale politische und gesellschaftliche Aufgabe für die nächsten Jahre.

Das Konzept in Niedersachsen, gemeinsam im Schulterschluss von Politik und Gesellschaft, von allen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Ebenen diese Aufgabe zu bewältigen,  ist in Deutschland in dieser Breite und Ausrichtung weiterhin einmalig – und wird von vielen Beteiligten, über die Landesgrenzen hinaus, ebenfalls so wahrgenommen.

Mit dem Bündnis „Niedersachsen packt an“ stehen wir gemeinsam für ein weltoffenes Niedersachsen. Wir unterstützen die Flüchtlingshilfe und wir arbeiten eng zusammen bei der Integration.

Gemeinsam zu leben, gemeinsam zu arbeiten, gemeinsam Erfolg zu haben – das ist der Anspruch unseres Bündnisses. Das Bündnis ist damit auch Ausdruck für eine gesellschaftliche Haltung, die mir wichtiger denn je zu sein scheint: Eine Haltung, die auf gesellschaftlichen Zusammenhalt und Zuversicht setzt, für ein starkes, pluralistisches, solidarisches, tolerantes und weltoffenes Niedersachsen – und Rechtsextremismus, Ausgrenzung und Diskriminierung eine klare Absage erteilt.

Das Bündnis hat in dieser ersten Jahreshälfte neue Projekte gestartet und viel weitergeführt: Hierzu gehört insbesondere das Thema „Bürgerschaftliches Engagement“, das mit der Integrationskonferenz im März in Hannover und vier regionalen Konferenzen aufgegriffen wurde. Im August folgt die Integrationskonferenz „Gesellschaftliche Teilhabe“, um (beispielhaft) Fragen der Teilhabe geflüchteter Menschen an allen gesellschaftlichen Lebensbereichen zu erörtern.

Die ersten beiden Themen „Sprache und Arbeitsmarktintegration“ hat das Bündnis bereits in dieser ersten Jahreshälfte aufgenommen. Im Rahmen einer „Follow Up“ Veranstaltung zu den Integrationskonferenzen wurden erfolgreich durchgeführte Projekte zum Thema „Sprache und Arbeitsmarktintegration“ vorgestellt. Gemeinsam mit den Gästen der Veranstaltung wurden Ergebnisse, Erfahrungen und Lösungen ausgetauscht. Wertvolle Tipps und gute Beispiele konnten so an die Akteurinnen und Akteure weitergegeben werden.

Auch die weiteren Handlungsfelder sollen in diesem und im nächsten Jahr weiter vertieft werden, denn die Integration der geflüchteten Menschen ist längst nicht beendet und sie ist und bleibt unsere zentrale politische und gesellschaftliche Aufgabe für die nächsten Jahre.

Wir halten Sie weiterhin aktuell auf dem Laufenden.

Ich wünsche Ihnen allen eine schöne erholsame Ferien – und Sommerzeit.

Ihr
Ministerpräsident
Stephan Weil

„Follow-Up“ zu Sprachförderung und Arbeitsmarktintegration für geflüchtete Menschen am 29. Mai in Hannover

Aus „SPRINT“ wird „SPRINT-Dual“

Nach den Integrationskonferenzen „Werkstatt Sprache“ und „Werkstatt Arbeit“ veranstaltete das Aktionsbündnis „Niedersachsen packt an“ nun ein erstes „Follow-Up“ zu diesen beiden Veranstaltungen.

Am 29. Mai trafen sich über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alten Rathaus in Hannover.

Spracherwerb ist eine entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Integration und der Schlüssel für die Arbeitsmarktintegration. Nur auf dieser Grundlage sind auch die Aufnahme eines Berufes und der erfolgreiche Abschluss einer Ausbildung oder eines Studiums möglich. 2016 fanden zwei landesweite Integrationskonferenzen sowie acht regionale Konferenzen des Bündnisses zu diesen beiden zentralen Handlungsfeldern statt.

Es wurden Fragen, konkrete Maßnahmen, gute Beispiele und Lösungen herausgearbeitet. Die Landesregierung hat seit den letzten Konferenzen viele Maßnahmen in Bewegung gesetzt. So wurde beispielsweise als Ergebnis der zweiten Integrationskonferenz das Projekt „SPRINT“ zu „SPRINT-Dual“ weiterentwickelt. „SPRINT“ hilft jugendlichen Flüchtlingen, Sprachbarrieren abzubauen und mit der Berufs- und Arbeitswelt vertraut zu werden.

Dieses Projekt wurde zu „SPRINT-Dual“ weiterentwickelt, sodass bereits vorhandene Sprachkenntnisse gefestigt und erweitert sowie Schülerinnen und Schüler durch die Kombination von Schule und Einstiegsqualifizierung in Ausbildung gebracht werden.

In Form des „Follow Up“ wurde eine Bestandsaufnahme gemacht, welche weiteren guten Beispiele und Projekte durch die Integrationskonferenzen und die Arbeit des Bündnisses ganz konkret entstanden sind. Zentrale Handlungsfelder wurden weiter vertieft, gute Beispiele herausgestellt, aber auch Hemmnisse identifiziert und Lösungen erarbeitet.

Dazu stellten sich fünf verschiedene Projekte vor, die ihre Erfahrungen und Tipps an die Gäste der Veranstaltung weitergaben.

In einer zweiten Talkrunde wurden die nächsten Schritte des Bündnisses diskutiert.

Auch das Publikum konnte sich mittels Fragen und Abstimmungen über Handy bei der Veranstaltung miteinbringen.

Was braucht für Sie gelingende Integration?
Wo sehen Sie weiteren Handlungsbedarf?

So konnten gezielt Fragen aus dem Publikum von den Talkgästen aufgenommen und beantwortet werden. Musikalisch wurde die Veranstaltung vom Duo „Notfall&Ernst“ begleitet.

Fotos: Tim Schlüter; Fotorechte: Niedersächsische Staatskanzlei

„Niedersachsen packt an“ beim Evangelischen Kirchentag in Berlin

Bündnis erhält bundesweite Aufmerksamkeit

Zum Auftakt des Evangelischen Kirchentages hatten die Organisatoren am 24. Mai zum Abend der Begegnung in das politische Zentrum Berlins eingeladen. Auch die Niedersächsische Landesvertretung war mit geöffneten Türen und vielen Aktionen dabei.

Im Mittelpunkt stand hier das gemeinsame Anliegen des Landes und der Kirchen, das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion, zu zeigen und erlebbar zu machen.

Viele niedersächsische Gemeinden und kirchliche Initiativen wie „Segel“ aus Braunschweig, „Gott im Koffer“ und auch das Bündnis „Niedersachsen packt an“ nutzten das Angebot und den Abend, um sich und ihre Arbeit vorzustellen. Dabei konnten viele interessierte Besucherinnen und Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet über die Arbeit des Bündnisses im persönlichen Dialog informiert werden.

„Duale Integrationshilfe 2016“

Ein Gemeinschaftsprojekt von Salzgitter Flachstahl GmbH und GSM – Training und Integration GmbH

Im vergangenen Jahr begann der Ramadan, der muslimische Fastenmonat, am 6. Juni 2016. Warum dieses Datum so präsent ist? Am gleichen Tag startete in der Beruflichen Bildung der Salzgitter Flachstahl GmbH das Projekt „Duale Integrationshilfe 2016“. Doch erst als die Dolmetscherin mit dem Hinweis auf die Fastenzeit einen Kaffee höflich ausschlug, fiel auf, dass in der Vorbereitung an vieles, aber nicht an alles gedacht worden war.

Insgesamt hatten sich 14 junge Menschen aus Syrien für die Teilnahme qualifiziert. Ziel war es, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und den Teilnehmern darüber hinaus Einblicke in die Arbeitswelt der Salzgitter Flachstahl GmbH zu geben. Innerhalb der fünfmonatigen Laufzeit hatte die Gruppe daher jede Woche zwei Tage Praxis in der Beruflichen Bildung und an drei Tagen Theorie bei dem externen Partner, dem Bildungsträger GSM Training & Integration.

Während die Azubis mit einer einwöchigen Übergangsschulung auf die Ausbildungszeit vorbereitet werden, war die Eingewöhnungszeit für die Gruppe der Geflüchteten sehr kurz. Binnen eines Tages hatten sie – zum Teil ohne Deutschkenntnisse – Einkleidung, Einweisung und das Lernen der Arbeitsordnung zu bewältigen sowie viele neue Eindrücke in der Ausbildungswerkstatt zu verarbeiten: Khaled, eigentlich gelernter Maurer, musste sich dann plötzlich mit dem Ohmschen Gesetz auseinander setzen und Jasmin, noch völlig ohne Ausbildung, entdeckte ihr Interesse an der Metallverarbeitung.

Der Austausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen in der Ausbildungswerkstatt und der Gruppe war für beide Seiten sprachlich nicht immer einfach. Umso erstaunter waren Ausbilder und Teilnehmer, als Abdullah, der in seiner Heimat als Englischlehrer tätig war, einen Power-Point Vortrag im kaufmännischen Bereich nutzte, um über das Endlager Asse zu referieren.

Das Projekt endete am 31. Oktober 2016 – dem christlichen Reformationstag. Für drei Teilnehmer und eine Teilnehmerin ergaben sich am Ende Perspektiven zum Verbleib im Unternehmen. Sie starteten nach der Maßnahme für weitere zehn Monate in eine Einstiegsqualifizierung und konnten in dieser Zeit noch Einiges aufholen.

Aus Sicht des Unternehmens sind sie damit ausbildungsfähig. Es gilt nun, die letzten Hürden zu nehmen, um sie ab September mit der Übergangsschulung endgültig auf die Ausbildung im Unternehmen vorzubereiten – genauso wie die anderen Auszubildenden auch.

Unser Foto gibt einen kleinen Einblick in die Praxis in der Beruflichen Bildung.

Fotorechte: Salzgitter Flachstahl GmbH

Torten für Afghanistan.

Warum ein junger Geflüchteter Konditor lernt

Ferdaus Moshref gehörte zu den fünf Geflüchteten, die im HolzBankTheater Wolfsburg auf der Bühne standen. Wir wollten mehr über sein Leben in Deutschland wissen und haben den jungen Afghanen außerdem gefragt, wie er sich seine Zukunft vorstellt. Seine Antwort: Sobald seine Heimat wieder sicher genug ist, will er dort eine Schule eröffnen und Jugendlichen das Konditorhandwerk beibringen.

Herr Moshref, was hat Sie bewogen, im HolzBankTheater mitzuspielen?
Auf die Einladung zum Mitmachen bin ich im Flüchtlingsheim aufmerksam geworden. Dort habe ich zwar gar nicht mehr gewohnt. Aber ich besuche regelmäßig andere Afghanen, die noch nicht gut Deutsch sprechen, und helfe ihnen. Als ich den Aushang sah, habe ich mich sofort zum Mitspielen entschieden. Denn fürs Theater begeistere ich mich schon seit meiner Kindheit. Leider wurde in Afghanistan nicht mehr daraus, weil die Taliban einen Anschlag auf unsere Spielstätte verübten.

Erzählen Sie bitte davon.
Wir führten ein Stück auf, in dem es um unser eigenes Leben mit dem Terror ging. Auf der Bühne kam eine Bombenattrappe zum Einsatz. Und genau in diesem Moment explodierte im Theater eine echte Bombe. Es gab Tote und Verletzte. Das war die zynische Antwort der Taliban auf unseren Versuch, unsere Ängste und unsere Wut künstlerisch zu verarbeiten. Dazu muss man wissen, dass Theater für die Taliban Teufelszeug ist und dass sie die Künste unterdrücken.

In Wolfsburg haben Sie sich dennoch wieder auf eine Bühne getraut.
Es hat mir unglaublich viel bedeutet. Ich konnte den Deutschen erzählen, was sich durch meine Flucht verändert hat. Man fährt und läuft Tausende Kilometer und überall trifft man Nichtmuslime, die einen gut behandeln und einem zu essen geben. Dabei hatte ich doch seit meiner Kindheit immer wieder gehört, dass Nichtmuslime schlechte Menschen seien.

Seit wann leben Sie in Wolfsburg und haben Sie bereits Arbeit gefunden?
Ich bin im Juli 2014 nach Wolfsburg gekommen und habe erst einmal Deutsch gelernt. Als ich mich einigermaßen verständigen konnte, habe ich mich in der Autostadt beworben. Mir wäre jeder Job recht gewesen. Bekommen habe ich einen als Eisverkäufer. Im September 2015 konnte ich dann bei Mövenpick in der Autostadt eine Ausbildung zum Konditor anfangen, begleitet von einem Nachhilfekurs bei der Deutschen Angestellten Akademie. Mir macht das großen Spaß. Meine Familie allerdings ist dagegen.

Ihre Eltern sind enttäuscht, dass Sie Konditor werden?
Wir Afghanen haben wir eine völlig andere Esskultur als die Deutschen. Man kocht und isst zu Hause. Es gibt nur wenige Restaurants. Der Rest sind Garküchen am Straßenrand und die gelten als unhygienisch. Deshalb haben Leute, die in der Gastronomie arbeiten, einen schlechten Ruf. Irgendwann werde ich meine Eltern aber davon überzeugen, dass Konditor in Deutschland ein angesehener Beruf ist. Ich schicke ihnen immer ein Foto, wenn ich eine Torte gebacken habe.

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?
So lange ich in Deutschland bleibe, will ich mein eigenes Geld verdienen, weiterlernen und mit den Deutschen gut zusammenleben. Deshalb hoffe ich sehr, dass nicht noch mehr Afghanen jetzt schon zurückgeschickt werden. Das Land ist zu gefährlich für junge Männer, die gegen die Taliban sind. Vielleicht sieht es in zehn, vielleicht auch erst in zwanzig Jahren besser aus. Dann möchte ich wieder nach Hause. Ich träume davon, eine Schule zu eröffnen. Dort werde ich Jugendlichen beibringen, wie die Deutschen Kuchen und Torten backen.

Mal abgesehen von Backwaren: Was gefällt Ihnen an Deutschland?
Die meisten Leute hier sind freundlich und hilfsbereit. Am Anfang habe ich mich zwar oft einsam gefühlt. Aber seit dem Theaterstück hat sich das geändert. Ich habe Freunde gefunden und fühle mich wohl in Wolfsburg.

Und was gefällt Ihnen ganz und gar nicht?
Das Wetter. Das ist wirklich sehr sehr schlimm.

Bildnachweis: Kerstin Müller/Autostadt Wolfsburg

Cornelia Rundt bewertet Bericht „Unbegleitete Minderjährige in Niedersachsen“

Integration durch Angebotsplanung effektiv unterstützen

Der Bericht „Unbegleitete Minderjährige in Niedersachsen“ stellt dar, wie die Unterbringung, Versorgung und Betreuung der unbegleiteten Minderjährigen in gemeinsamer Anstrengung und Zusammenarbeit von Jugendämtern, Landesjugendamt, Kommunalen Spitzenverbänden, den Freien Trägern der Jugendhilfe sowie dem niedersächsischen Sozialministerium organisiert und gewährleistet wurde und wird.

Für den Bericht wurden Interviews mit Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe geführt. Erfragt wurde, wie die Abläufe vor Ort aussahen oder welche Angebote für unbegleitete Minderjährige vorgehalten werden. Eine Besonderheit des Berichtes ist, dass auch die unbegleiteten Minderjährigen selbst befragt wurden: Wussten die jungen Geflüchteten, wer sie begleitet und betreut hat? Wie haben sie sich verständlich gemacht? Was brauchen sie, damit ihr Leben hier gelingt?

War in der Erstphase der Versorgung aufgrund der hohen Anzahl von unbegleiteten Minderjährigen „Handeln vor Planen“ notwendig, so ist es jetzt wichtig, dass für eine gelingende Integration wieder „Planen vor Handeln“ steht.

„Die Jugendhilfeplaner in Niedersachsen müssen die Bedarfe der jungen Geflüchteten kennen, um die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe bedarfsgerecht weiterentwickeln zu können“, sagte Ministerin Cornelia Rundt bei der Vorstellung des Berichts: „Hier liefert der Bericht wichtige Anregungen für die praktische Arbeit – die Integration kann durch gute Planung des Angebots effektiv unterstützt werden.“

Vor dem Jahr 2015 waren aufgrund der geringen Fallzahlen gar nicht alle niedersächsischen Jugendämter mit der Inobhutnahme von unbegleiteten minderjährigen Ausländern befasst. Insofern ist es notwendig, die bestehenden Jugendhilfekonzepte mit Blick auf die neue Zielgruppe zu überprüfen. Dies sei eine notwendige und lohnende Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt: „Die neuen Erkenntnisse zum Leben der unbegleiteten Minderjährigen in Niedersachsen sind zum jetzigen Zeitpunkt ein Impulsgeber für Planungsprozesse in den Jugendämtern, Integration und Teilhabe können so besser gelingen.“

In Niedersachsen leben aktuell 5108 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, sie sind überwiegend in der stationären Jugendhilfe untergebracht, zum Teil auch in Pflegefamilien.

Den Bericht finden Sie hier: Unbegleitete Minderjährige in Niedersachsen – Landesjugendhilfeplanung Niedersachsen 2017.

Regionale Integrationskonferenzen zum „Bürgerschaftlichen Engagement“

Im Mai und Juni dieses Jahres fanden die regionalen Integrationskonferenzen statt, die von den Ämtern für regionale Landesentwicklung ausgerichtet wurden: Uelzen, Hildesheim, Salzgitter und Oldenburg waren die Orte, wo aus der regionalen Perspektive und mit dem regionalen Schwerpunkt die Fragestellungen aufgegriffen wurden, Problemstellungen diskutiert und Lösungswege entwickelt und Akteure zusammengebracht wurden.

Die vier regionalen Konferenzen werden auf der Homepage des Bündnisses www.niedersachsen-packt-an.de dokumentiert.

Fotorechte: Niedersächsische Staatskanzlei

KULTUR INTEGRIERT – 2,5 Millionen Euro zusätzlich für Geflüchtete

Mit einer Reihe von Sonderprogrammen stellt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) für 2017 und 2018 zusätzlich 2,5 Millionen Euro für die kulturelle Integration von Geflüchteten bereit. Mit Hilfe von Kunst und Kultur sollen sich möglichst viele Menschen mit Fluchterfahrung mit Kulturschaffenden in Niedersachsen vernetzen. Gefördert werden Projekte zur kulturellen Integration, Praktika und Stipendien in Kultureinrichtungen und –verbänden sowie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) Kultur im Kontext der Integration.

  • Projekte zur kulturellen Integration
    Mit einem Zuschuss zwischen 5.000 Euro und 50.000 Euro fördert MWK Projekte zur kulturellen Integration von Menschen mit Fluchterfahrung. Anträge für 2017 müssen bis zum 30.06.2017 eingereicht werden; Anträge für 2018 zum 30.09.2017 und 30.11.2017.
  • Praktika
    MWK fördert Praktikumsplätze mit bis zu 500 Euro pro Monat, maximal für drei Monate mit insgesamt 1.500 Euro. Für das Praktikum bei Kultureinrichtungen und –verbänden ist eine Beschäftigungserlaubnis erforderlich.
  • Stipendien/Volontariate – „artists in residence“
    MWK fördert einjährige Stipendien/Volontariate monatlich mit bis zu 1.200 Euro. Kultureinrichtungen und Kulturverbände können Menschen mit Fluchterfahrung einstellen, die in ihrer Heimat bereits erste berufliche oder wissenschaftliche Erfahrungen im Kulturbereich gesammelt haben (z.B. Schauspiel, Tanz, Musik, Bühnenbild, Archäologie, Restauration, Museen).
  • Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) Kultur – Integration von Geflüchteten
    Das FSJ dauert ein Jahr und richtet sich an 18 bis 26jährige Personen. Start ist der 1. September 2017 bzw. 2018. Das FSJ-Kultur kann auch als „Tandem“ beantragt werden. Junge Leute ohne und mit Fluchterfahrung bilden ein Team. Organisiert wird das FSJ von der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Niedersachsen e. V. Weitere Informationen unter: https://fsjkultur.lkjnds.de/fsj-kultur-flucht-und-asyl.html

Nähere Informationen sind zu finden unter:
http://www.mwk.niedersachsen.de/startseite/kultur/integration_und_inklusion_durch_kultur/sonderprogramm-zur-kulturellen-integration-von-menschen-mit-fluchterfahrungen-150776.html

Trainer-innen-Ausbildung für interkulturelle Kompetenz in der Jugendarbeit startet mit neuer Ausbildungsreihe

Nach den Sommerferien im August werden 20 weitere Haupt- und Ehrenamtliche aus Niedersachsen in sechs Modulen mit Referenten weitergebildet. Dabei werden verschiedenste Aspekte der Jugendarbeit gemeinsam mit der Gruppe und Referenten und Referentinnen erarbeitet. Die Teilnehmenden erhalten im Rahmen der Fortbildungsreihe das notwendige Wissen und Handwerkszeug, um anschließend selber interkulturelle Trainings anbieten zu können und so zu mehr Diversitätsbewusstsein bei ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden der Jugendarbeit beizutragen.

Flyer zur Fortbildungsreihe
Während der Fortbildung wird ein Blick auf die Gesellschaft, auf Flucht, auf die Jugendarbeit und auf die Umsetzung von Trainings geworfen. Dabei werden sowohl persönliche als auch schematische und praktische Zugänge zu den Themen gewählt. Es wird zurückgeblickt auf  vergangene Projekte und Erfolge interkultureller Öffnung und Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten. Vorurteile, Privilegien und Diskriminierung werden in den Blick genommen und Strategien zum Umgang entwickelt. Es gibt einen Blick hinter die Kulissen des Asylverfahrens und Einblicke in die Lebenslagen junger Geflüchteter in Deutschland.
Ebenso wichtig ist es in der Fortbildungsreihe aber auch, die Teilhabe und Partizipation von jungen Menschen mit familiärer Zuwanderungsgeschichte nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Teilnehmenden werden angeregt, verschiedene Blickwinkel einzunehmen und im Austausch mit anderen Teilnehmenden über den Tellerrand der eigenen Region, der eigenen Funktion und
des eigenen Verbands/Trägers zu blicken.

Alle Infos und Termine zur TiK-Fortbildung sind unter www.nextkultur.de/tik.html zu finden. Der Anmeldeschluss ist der 30. Juni 2017.

Investitionspakt für soziale Integration im Quartier steht bereit

Bis 2020 stehen in Niedersachsen ab sofort jährlich rund 22,5 Millionen Euro für den Investitionspakt ‚Soziale Integration im Quartier‘ bereit. Niedersachsens Sozial- und Bauministerin Cornelia Rundt: „Der soziale Zusammenhalt in unseren Quartieren fällt nicht vom Himmel. Zugleich ist die gesellschaftliche Integration aller Menschen in den Städten und Gemeinden ein maßgebliches Ziel für ein gutes und lebenswertes Miteinander vor Ort. Deshalb ist es mir wichtig, Einrichtungen wie Stadtteilzentren, Kindergärten oder beispielsweise Quartiertreffs so zu unterstützen, dass sie mit dem Geld aus dem Investitionspakt als Orte des sozialen Zusammenhalts erhalten oder sogar ausgebaut werden.“

Darüber hinaus kann der Einsatz von Integrationsmanagerinnen bzw. -managern als investitionsbegleitende Maßnahme gefördert werden. Denn sie unterstützen die Entwicklung als begleitende Brückenbauer zwischen den geförderten Einrichtungen und den Akteuren sowie den Bewohnerinnen und Bewohnern im Stadtteil.

Der Investitionspakt kommt grundsätzlich in den Programmgebieten der Städtebauförderung zum Einsatz. Anmeldungen zu diesem Förderprogramm können ab sofort von den Kommunen bei dem jeweils zuständigen Amt für regionale Landesentwicklung bis zum 01.07.2017 eingereicht werden.

Weitere Informationen zur Förderung, den förderfähigen Maßnahmen und das Verfahren sind der Richtlinie zu entnehmen, die ebenso wie das Anmeldeformular im Internet auf der Seite des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung heruntergeladen werden können.

http://www.ms.niedersachsen.de/startseite/themen/bauen_wohnen/staedtebaufoerderung/investitionspakt_soziale_integration_im_quartier/investitionspakt-soziale-integration-im-quartier-150848.html