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Bündnis „Niedersachsen packt an“ am Weltflüchtlingstag

Ministerpräsident Stephan Weil und Landesbischof Meister im Gespräch mit jungen Geflüchteten aus Syrien


Anlässlich des heutigen UN-Weltflüchtlingstages hat sich Ministerpräsident Stephan Weil gemeinsam mit Landesbischof Ralf Meister - als Repräsentanten des Bündnisses „Niedersachsen packt an" - mit jungen Geflüchteten und deren Ausbildungspaten getroffen. Gemeinsam haben sich die Bündnis-Vertreter aus nächster Nähe über erste Integrationserfahrungen und Rahmenbedingungen informiert und die bereits geleisteten Schritte der jungen Azubis und ihrer Paten gewürdigt.

 
Besuch beim Projekt "Ponte Azubis", Haus kirchlicher Dienste
Bildrechte: WWW.SCHEFFEN.DE

Das Treffen fand statt mit Teilnehmenden aus dem Projekt „PonteAzubis", einem Kooperationsprojekt vom Diakonischen Werk Hannover und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt. Mit dabei waren:

  • Hanin Nader, studierte Wirtschaftswissenschaftlerin aus Syrien,
  • Ammar Shebli aus Syrien, der im August eine Ausbildung zum Industriemechaniker beginnt,
  • Ayman Youssef, ebenfalls aus Syrien, der eine kaufmännische Ausbildung im Bereich Spedition und Logistik anfängt,
  • „AusbildungsPate" Ghalib Rababah, inzwischen pensionierter Informatiker, der die jungen Menschen aktiv und eng auf ihrem Weg in und durch die Berufsausbildung begleitet,
  • Moussa Soukouna aus Mali, der zurzeit i.R. eines Praktikums Probearbeiten leistet und eine Ausbildung zum Tischler anstrebt, mit seiner Ausbildungspatin Monika Bock
  • und Projektkoordinatorin Kathrin Altmann, vom Diakonischen Werk Hannover.

Gemeinsam wurde darüber gesprochen, was es konkret braucht, um beim Übergang Schule - Beruf erfolgreich sein zu können, und wie es uns gelingt, Geflüchtete zu ertüchtigen und zu begleiten, um sie in und durch eine Ausbildung zu bringen.

Ministerpräsident Weil zog sein persönliches Fazit: „Dazu braucht es viel Engagement und ein breites Bündnis!" Projekte wie „Ponte Azubis" mit engagierten Brückenbauern und verlässlichen Kümmerern zeigen: Hier wird angepackt! Niemand könne bestreiten, dass Integration eine große Aufgabe ist, er habe aber einen sehr guten Eindruck von den jungen Menschen hier. „Sie sind hochmotiviert; unsere Unternehmen können sich gut darauf einlassen", so Weil.

Auch wenn es immer mehr Menschen aus den Haupt-Asyl-Herkunftsländern gelingt auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und mehr junge Geflüchtete eine Ausbildung beginnen, bedarf es struktureller Hilfen und Erleichterungen für Geflüchtete. Wir stehen jetzt am Anfang der eigentlichen Integrationsarbeit - in Betrieben, bei Bildungsträgern, Vereinen, in den allgemein- und berufsbildenden Schulen, usw.

Waltraud Kämper, Projektleiterin von „PonteAzubis" und Referentin im KDA, betonte: „Wir verstehen uns als Brückenbauer zwischen geflüchteten Frauen und Männern und der hiesigen Arbeitswelt. Wir brauchen Türöffner und Fürsprecher!" Oft genüge es, die jungen Menschen einmal zur Probe arbeiten zu lassen. Ein Arbeitsversuch oder Praktikum sei oft der erste Schritt. „Wir unterstützen mit Kontakten in die Arbeitswelt, damit Geflüchtete und Unternehmen zueinander finden.", so Kämper.

Landesbischof Meister unterstrich, hier arbeiten ehrenamtliche Patinnen und Paten mit, nehmen Geflüchtete an die Hand, bahnen Kontakte an. „Ich erlebe kompetente Menschen, die etwas für ihr Leben erreichen wollen. Ein tolles Projekt für ‚Niedersachsen packt an'!" Er wünschte dem Bündnis und dem Projekt, dass es auch künftig gelingt, weitere Ehrenamtliche und Unternehmen anzusprechen und für Projekte wie dieses zu gewinnen.

„Gemeinsam haben wir das Potenzial, etwas wirksam zu verändern.", so Weil. Die Bündnispartner bekräftigten ihren Entschluss, im gemeinsamen Bemühen und Zusammenwirken innerhalb des Bündnisses „Niedersachsen packt an" fortzufahren - ganz konkret und praxisorientiert. Mit der Bearbeitung praxisrelevanter Fragestellungen werde das Bündnis seine Arbeit fortsetzen - und u.a. an die Integrationskonferenzen zu den Handlungsfeldern Sprache/Bildung, Arbeit, Wohnen und Leben, Engagement und Teilhabe noch in diesem Jahr anknüpfen.

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Am 20. Juni 2018 findet im Haus kirchlicher Dienste - ebenfalls anlässlich des Weltflüchtlingstages - eine Veranstaltung zu diesem Thema statt: „Ponte 3.0 - Geflüchtete auf dem Weg in Ausbildung". Informationen hier...

 
 
 
Besuch bei Ponte Azubis
 
 
 
 
 
 

Hintergrund:

Der Weltflüchtlingstag ist ein von den Vereinten Nationen eingerichteter Aktionstag. Er wird seit 2001 alljährlich am 20. Juni begangen, um die Stärke, den Mut und die Widerstands­­fähig­keit, die Flüchtlinge, Vertriebene und Staatenlose täglich aufbringen, zu würdigen.

Das Bündnis „Niedersachsen packt an" möchte anlässlich dieses Weltflüchtlingstages auf die hohe gesellschaftliche Bedeutung einer gelungenen Integration der geflüchteten Menschen zum Wohle aller in Niedersachsen lebenden Menschen hinweisen.

„PonteAzubis" ist ein Kooperationsprojekt vom Diakonischen Werk und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt, das von der Region Hannover gefördert wird. Ziel des Patenprogramms ist es, Brücken zu bauen zwischen geflüchteten Frauen und Männern, die eine berufliche Perspektive suchen, und Unternehmen, die Auszubildende suchen. Seit 2015 gab es bereits zwei Ponte-Projekte. Das Projekt „PonteAzubis" ist in diesem Jahr gestartet. In sogenannten Ponte-Tandems arbeiten derzeit 18 geflüchtete Frauen und Männer mit 13 ehrenamtlichen Patinnen und Paten zusammen am erfolgreichen Einstieg in und der Bewältigung einer beruflichen Ausbildung.

Weitere Informationen:

https://www.diakonisches-werk-hannover.de/beratung-leistung/menschen-mit-migrationshintergrund/ponte-bruecken-in-den-arbeitsmarkt/

http://www.kirchliche-dienste.de/arbeitsfelder/arbeitswelt/ArbeitnehmerInnen/ponte/startseite

Niedersachsen packt seit 2015 an, um Geflüchteten zu helfen in unserer Gesellschaft anzukommen. Das Bündnis „Niedersachsen packt an" wurde im November 2015 von der Landesregierung mit zahlreichen gesellschaftlichen Partnern ins Leben gerufen. Das Gespräch bei „PonteAzubis" bildet den Auftakt für eine Reihe von weiteren Aktivitäten und Veranstaltungen, die aufzeigen, wo und wie in Niedersachsen „angepackt" wird. Am 16. August 2018 findet in Hannover das „Follow Up" zur Integrationskonferenz „Werkstatt Wohnen und Leben" (August 2016) statt. Ab Herbst starten regionale Integrationsdialoge und Netzwerktreffen, u.a. zu den Handlungsfeldern Sprache und Arbeit.

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